Im Fokus: Pflegetipps für ein langes und glückliches Teppichleben

Ein bisschen ist ein Teppich wie ein Hund: Er ist flauschig und wärmt die Füsse, sieht super aus und macht das Zuhause erst zu dem, was es ist. Vielleicht ist er sogar ein kleines bisschen besser als ein Vierbeiner: Er macht keinen Lärm, muss nicht gefüttert werden und liegt nur dort, wo er auch liegen soll. Und trotzdem braucht auch er eine gewisse Zuwendung, sonst bekommt er Flecken und beginnt zu muffeln.

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Sauber mit dem Staubsauger
Pflegetipp Nr. 1 gilt für alle Teppiche gleichermassen: Staubsaugen Sie Ihren Teppich einmal die Woche. Im Teppich können sich Hausstaubmilben ansammeln und allergische Reaktionen hervorrufen. Besonders empfehlenswert sind deswegen Staubsauger mit speziellen Feinstaubfiltern. Sie verhindern, dass die winzigen Allergene durch die Abluft wieder in die Wohnung gelangen.
Staubsaugen ist aber auch wichtig, weil der meiste Schmutz, der bspw. durch schmutzige Schuhe auf den Teppich gelangt, eintrocknet und zerbröselt. Gerade Naturfasern wie Wolle stossen durch ihren natürlichen Fettgehalt Dreck automatisch ab. Mit dem Staubsauger werden die Krümel dann entfernt.

Dabei sollten aber einige Details beachtet werden: Im Allgemeinen sollten Sie Teppiche nur mit glatter Düse staubsaugen. Achten Sie dabei darauf, dass die Fransen am Teppichende nicht einsaugen. Streichen Sie zudem ausschliesslich in Florrichtung. Diese können Sie ermitteln, indem Sie mit der Hand über den Teppich fahren. Wenn es sich glatt anfühlt, streichen Sie in Florrichtung – wie bei einem Hund, wenn Sie in Wuchsrichtung über das Fell streicheln.

Kein Salz in die Wunde streuen
Bei stärkeren Verschmutzungen kann es bei vielen Teppichen aus Naturfasern tückisch werden. Ein klassischer Fall ist das umgekippte Glas Rotwein oder der verschüttete Kaffee. Wenn es um die Frage geht, was in einem solchen Notfall zu tun ist, scheiden sich die Geister. Die einen Teppichfachhändler schwören auf rückfettendes Wollwaschmittel oder andere chemische Reinigungsmittel, andere auf Zitronensaft oder Essigsäure. Wieder andere raten von jeglichen Mitteln ab – mit gutem Grund: Das Risiko, dass Fasern beschädigt oder ausgebleicht werden, ist gross. Das gilt auch für die heute sehr beliebte Methode, Salz auf den Fleck zu streuen. Dieses hat zwar eine hohe Saugfähigkeit, kann aber den Teppich ausbleichen.
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Getupft, nicht gerieben
Viel mehr kann erreicht werden, wenn man wirklich schnell reagiert und die Flüssigkeit aufsaugt. Notfalls kann man den Fleck auch mit etwas Mineralwasser anfeuchten und dann mit einem saugfähigen Lappen trocken tupfen. Auf keinen Fall sollte aber gerieben werden.
Für welche Methode auch immer man sich entscheidet: Das A und O ist, dass der Teppich danach auch von unten trocknen kann. Sonst läuft man Gefahr, dass das schöne Stück zu schimmeln beginnt. Ist die entsprechende Luftzufuhr gewährleistet, brauchen Sie nichts zu befürchten. Versuchen Sie nicht, das Trocknen mit Hitze, beispielsweise mit einem Föhn, zu beschleunigen.  

Kakao, Kaugummi und andere Katastrophen
Sie servieren einen Coupe Dänemark mit richtig dicker Schokoladensosse und das Schicksal nimmt seinen Lauf? Kein Grund zum Verzweifeln: Ein einfacher Trick, und schon ist der Teppich so gut wie neu: Kühlen Sie mit Eis, bis die Schokolade richtig kalt und bröckelig ist und sich nun mit etwas Geduld abkratzen lässt. Dasselbe funktioniert auch mit Kerzenwachs oder Kaugummi, wobei es manchmal sogar reicht, einfach zu warten, bis die klebrige Substanz von allein eingetrocknet ist.

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The Circle of Life  

Wie bei einem Hund kann es auch beim Teppich aus Naturfasern mit zunehmendem Alter zu kahlen Flecken kommen. Damit genau das nicht passiert, ist es empfehlenswert, den Teppich mehrmals im Jahr um 180 Grad im Kreis zu drehen. So wird er gleichmässig abgenutzt. Vertiefungen durch Möbel lassen sich ausgleichen, indem man einen feuchten Lappen auf das Gewebe legt und in Florrichtung mit einem nicht allzu heissen Bügeleisen darüberstreicht.
Wenn Wollflocken herausstehen, sollten Sie diese auf keinen Fall ausreissen – genauso wenig, wie Sie einem Hund ein paar störrische Haare ausreissen würden. Schneiden Sie stattdessen lediglich den herausstehenden Teil ab.

Farbe
Zumindest bekommt ein Teppich keine grauen Haare mit dem Alter, obwohl seine Farben durchaus verblassen können. Auch deswegen ist es essentiell, den Teppich immer wieder im Kreis zu drehen – so bleicht das Sonnenlicht die Farben gleichmässig aus.
Die Methode, den Teppich zur Farbauffrischung im Schnee zu klopfen, ist umstritten. Zu gross ist die Gefahr, dass der Teppich viel Feuchtigkeit aufsaugt oder dass bei geknüpften Teppichen die Knoten beschädigt werden. Alternativ kann man jedoch mit einem feuchten Lappen über die Fasern streichen. Das Prinzip ist das Gleiche und die Farben leuchten wieder.

Naturfaserteppiche in der Schweiz
Auch hierzulande wecken Teppiche aus Naturfasern Begeisterung. Sie schaffen eine ganz besondere Atmosphäre, überzeugen in ihrer Vielfalt und ganz besonderen Ästhetik. Das handwerkliche Geschick, das hinter der Fertigung steht, macht dem Begriff Kunstwerk alle Ehre. Die älteste Teppichmanufaktur der Schweiz, die mit Naturfasern arbeitet, ist das 1881 gegründete Unternehmen Ruckstuhl. Zu den Naturfasern zählen nicht nur Wolle oder Haargarn, sondern auch Materialien, die man weniger erwarten würde: Kokosfasern zum Beispiel, Holz- oder sogar Sisalfasern.  

Teppiche, die nicht mit der Franse zucken
Um einiges weniger heikel als viele geknüpfte oder gewobene Teppiche sind diejenigen von Anna Saarinen. Ihre Teppiche bestehen zumeist aus Baumwollbändern, sehr schmalen Abschnittstreifen aus der Textilindustrie. Die dünnen Bänder sind gewoben oder gestrickt, werden dann gefärbt und schliesslich von Anna Saarinen von Hand zu äusserst robusten Teppichen gewebt. Geschieht ein Unglück und ein Teppich wird verschmutzt, ist das Wichtigste – so Anna Saarinen –, dass man rasch handelt. Ihre Teppiche weicht man am besten direkt in heissem Wasser ein. Später kann man sie wenn nötig auch einseifen und schrubben und bei 30° C sogar waschen – sofern der Teppich in die Waschmaschine passt.

Handtufting – ganz schön dufte!
Eine andere Art der Teppichherstellung findet sich bei der Firma Kramis. Das Schweizer Unternehmen hat sich auf eine Herstellungsart spezialisiert, die es erlaubt, jeden Teppich individuell nach Wunsch der Kundin oder des Kunden zu fertigen. Handtufting ist eine Methode, bei der ein Rahmen mit einem sogenannten Trägergewebe bespannt wird. Mit einem speziellen Gerät wird das Garn dann in dieses Gewebe geschossen. Die so entstandenen Schlingen können dann geschlossen bleiben oder aufgeschnitten werden. So entstehen unterschiedlichste Teppichstrukturen. Die Teppiche von Kramis sind mit Top-Care-Fleckenschutz erhältlich: Sie sind umweltfreundlich imprägniert und ein kleines Fläschchen mit Fleckenentferner wird mitgeliefert. Von anderen Reinigern wird aber dringend abgeraten.

Wir wünschen Ihnen gutes Gelingen bei der Pflege – und Ihrem Teppich ein langes Leben!