Arve die Königin der Alpen

Sie ist die Königin der Alpen – die Arve. Das Holz dieses Gebirgsbaumes riecht nicht nur ausgesprochen gut, es hat auch eine wohltuende Wirkung auf Körper und Geist.

Arvebaum mit Tannenhäher

Vogel Tannenhäher

Die zauberhafte Welt der Arve

Die Arve hat einen Vogel: Dem Tannenhäher ist die Ausbreitung der Arvenwälder in den Alpen zu verdanken. Der Vogel transportiert die reifen Zapfen des Baumes zu sogenannten Zapfenschmieden. Dort klaubt er die Arvennüsschen, die fettreichen, hartschaligen Samen des Nadelbaums, aus den Zapfen und legt kleine Vorräte an. Seine Verstecke sind Baumstrünke, Steine, Felsblöcke oder Böschungen – Stellen, die auch im Winter keine allzu dicke Schneedecke aufweisen und so vom Tannenhäher leicht wieder gefunden werden können. So legt der Vogel pro Saison rund 10’000 Verstecke an, jedes mit bis zu zehn Arvennüsschen. Die versteckten Samen sind stets von bester Qualität, der Tannenhäher erkennt schlechte Nüsschen und sortiert sie aus. Bis zu 80% der Verstecke findet der Vogel später wieder – die anderen garantieren den Fortbestand der Arvenwälder. Denn die Verstecke des Tannenhähers in 3 bis 5 cm Bodentiefe bieten ideale Bedingungen für die Keimung der Samen. So sorgt der Vogel für die Verjüngung des Arvenwaldes im Gebirge und durch seine weiten Flüge auch für eine Ausbreitung an Orte, an denen bisher keine Arven wuchsen. Aufmerksame Wanderer entdecken auf ihren Touren immer wieder solche Hähersaaten als Gruppen von Jungarven.

Arvenwald Cavoloc im Oberengadin

Arvenwald im Oberengadin

 Die Arve – ein Baum der Extreme

Die Arve, auch Zirbe genannt, ist ein aussergewöhnlicher Baum. Sie wächst an der Waldgrenze, auf Höhen zwischen 1300 bis 2800 Metern über Meer. Die Arve liebt sowohl die Hitze wie auch die Kälte. Temperaturen bis zu minus respektive plus 40 Grad können ihr nichts anhaben. Sie strotzt Wind und Wetter. So kann die Arve über 1000 Jahre alt werden, was sie zu einer der langlebigsten Baumarten der Welt macht. Wenn sie reden könnte, hätte die Arve so einiges über Geschehnisse und Veränderungen in den letzten Jahrhunderten zu berichten. Sie ist ein immergrüner Baum und wird bis zu 25 Meter hoch. Der Stamm kann einen Durchmesser von bis zu 1,7 Metern erreichen. Ihre Äste reichen fast bis zum Boden und oft wachsen alte Arven aufgrund von Witterungseinflüssen wie Schnee, Blitz und Sturm zu bizarren Formen, so dass man sich im Arvenwald wie im Märchen fühlt. In der Schweiz befinden sich die grössten Arvenbestände im Engadin, im Oberwallis und im Berner Oberland. Aber auch in den Hochtälern der Zentralschweiz, im Waadtland oder im Tessin ist der Baum zu entdecken. Als höchstgelegener, geschlossener Arvenwald Europas gilt der God da Tamangur im Unterengadin auf einer Höhe von 2300 m ü. M. Kein Wunder, gilt die Arve als Königin der Alpen.

Arvenholz Engadin

Arvenholz

Die Wirkung ihres Duftes

Die Arve betört mit ihrem Duft. Der charakteristische, rustikal-wohlige Geruch einer Arvenstube vermittelt ein heimeliges Gefühl. Der Arvenduft, eine Kombination aus über 100 Inhaltsstoffen, stammt von ätherischen Ölen. Erwiesen ist die Wirkung des intensiven, aber angenehmen Duftes des Arvenholzes auf uns Menschen: Bei einer Übernachtung in einem Arvenzimmer wird der Herzschlag reduziert und der Schlaf tiefer. Aber naturgemäss logieren nicht alle in einem Arvenzimmer – deshalb kann man Kopfkissen mit duftenden Arvenholzspänen füllen und so die beruhigenden Eigenschaften des Arvenholzes nutzen. Das ätherische Öl beruhigt – energetisiert aber auch bei Erschöpfung. Es unterstützt das Immunsystem, wirkt schleimlösend und verbessert die Atmung. Zahlreiche weitere Produkte verkörpern die Kraft der Arve, so zum Beispiel Raumsprays, Seifen oder Teelichthalter aus wohlriechendem Arvenholz. Ein Arvenzwirbel wiederum eignet sich zum Abdecken einer Glaskaraffe oder als spielerischer Duftspender. Nur ein paar Tropfen Arvenöl auf dem kreisenden Zwirbel genügen, um einen Raum mit dezenten, aber wohltuenden Aromen zu erfüllen. Tauchen Sie ein in die magische Welt der Arve und lassen Sie sich von Ihren Düften verzaubern.

 

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Text: Tino Büschlen

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