Digital Food: Innovative Konzepte auf dem Vormarsch

Die Digitalisierung hat einiges ins Rollen gebracht und vieles verändert, auch in der Lebensmittelbranche und der Gastronomie. In welchem Masse beeinflusst die Digitalisierung unsere Essgewohnheiten und was ist in Zukunft noch zu erwarten?

 

Digital Food Früchte online bestellen

Längst gehört das Handy zum praktischen Alltagshelfer. Selbst beim Einkaufen nehmen wir das Handy zur Hand und versuchen mit Food-Apps mehr über die angebotenen Lebensmittel herauszufinden. Wer neue Rezeptideen sucht, kann sich eine entsprechende Rezept-App herunterladen oder sich von Food-Blogs inspirieren lassen. Schleichend hat die Digitalisierung den Weg in unsere Essgewohnheiten gefunden.
Digital Food online mit Einkaufsapp bestellen
Mehr Transparenz dank Apps

Apps machen das bewusste Einkaufen möglich. Schnell kann der Produktcode gescannt werden und schon zeigt die App allerlei Produktinformationen – zum Beispiel in welchem Verhältnis der Fettgehalt zu den anderen Nährstoffen steht oder welche künstlichen Zusatzstoffe ungesund sind. Apps geben uns umfassende Informationen, auf deren Basis wir unsere Essgewohnheiten gestalten. So beeinflussen sie fundamental, was, wie und wo wir etwas einkaufen und essen. Doch kann man die Food-Apps dem Begriff „Digital Food“ zuordnen?

Digital Food: Eine Frage der Definition

Innovative Gastronomiebetriebe und Lebensmittelhersteller sind dem Digital Food auf der Spur. Die Definition von „Digital Food“ kann man also sehr weit fassen: Momentan könnte alles Technische, das mit Essen in irgendeiner Weise in Berührung kommt, als „Digital Food“ bezeichnet werden. Darunter fallen also nicht nur Apps für Konsumenten, sondern auch innovative Softwares oder Geräte für und von Gastronomen und Lebensmittelherstellern.

Was bringt uns Digital Food?

Der gesunde Lifestyle führt zu einem höheren Bedürfnis nach Transparenz bei der Lebensmittelherstellung. Man misstraut einem Produkt, dessen Herstellung und Zutaten unbekannt oder unklar sind. „Ungesund“ und „chemisch hergestellt“  kommen schnell als Assoziationen auf. Das Konzept des „Digital Food“ beziehungsweise die Digitalisierung reagiert auf die neuen Bedürfnisse der Konsumenten mit vielen neuen Apps, die eine Nachverfolgung der Produkte ermöglichen. Ein bekanntes Beispiel dafür ist die Wein-App „Vivino“. Die App zeigt nicht nur verschiedene Bewertungen von Usern an, sondern auch den Hersteller, die Jahresvergleiche der vorigen Jahrgänge und die Rebsorten sowie deren Anbaugebiete.
Digital Food mit Gemüseapp online bestellen
Onlinevermarktung von Lebensmitteln ist im Trend

Stammt das Rindfleisch, das jetzt in der Pfanne brutzelt, von einem glücklichen Rind? Woher kommt der Biosalat auf dem Teller? Auf kuhteilen.ch können sich Konsumenten gemeinsam eine Kuh teilen, wobei die Herkunft des Rindfleischs genau deklariert ist. Auf der Webseite sind alle Informationen gegeben: Nicht nur woher das Rind stammt, sondern auch welches Futter es erhalten hat.
Mit einem ähnlichen Konzept arbeitet farmy.ch. Hier werden die Produzentennamen der Früchte und Gemüse aufgelistet und die Personen dahinter präsentiert.

Wer nur auf den Preis setzt, ist hier falsch. Die Produkte aus dem Ausland werden immer kostengünstiger sein als die qualitativ hochstehenden Produkte der regionalen Bauern. Nachhaltig produzieren, gesund essen – zum Glück wirkt sich der gegenwärtige Trend zugunsten der Schweizer Bauern aus.
Digital Food online bestellen Landwirtschaft
„Bionär“ –  Weiterentwicklung der Food-Digitalisierung

„Bionär“ ist ein Konzept, das noch weiter geht als die Onlinevermarktung von Lebensmitteln. Nun kann der Gemüseanbau personifiziert werden: Der Konsument wählt über eine App den Biobauern, das Feld und die Gemüsesorte selbst. Zudem ist es möglich, den Wachstumsstand des Gemüses in Echtzeit abzufragen und auch online zu teilen. Man kann sogar beim Anbau oder der Ernte des eigenen Gemüses mitanpacken. Ziel der App ist es, private Abnehmer, ob Restaurants, Familien oder Einzelpersonen, direkt mit dem Landwirt zu verbinden.

Gegen Food Waste und für mehr Nachhaltigkeit

Oftmals sind die Standardverpackungen in den Supermärkten viel zu gross. Wer online einkauft, kann selbst über die Menge bestimmen. Dies wirkt dem Food Waste entgegen. Zudem profitieren die regionalen (Bio-)Bauern von der Onlinevermarktung von Lebensmitteln und von „bionärähnlichen“ Konzepten. Dies ist nachhaltig, schafft für die Bauern neue Absatzmärkte und kurbelt die Schweizer Agrarwirtschaft an. Transparenz ist also ein gutes Verkaufskonzept.

Emotionalisierung von Essen?

Geben wir uns aber einfach damit zufrieden, unser Essen auf dem Teller genau nachverfolgen zu können? Das Marketing weiss es nur zu gut: Wird ein Produkt emotional aufgeladen, verkauft es sich noch besser. Die Digitalisierung ermöglicht es, Verkaufskonzepte audiovisuell umzusetzen und auf vielen verschiedenen Wegen die Konsumenten emotional anzusprechen. Es wird uns mehr verkauft als das Produkt selbst: Auch die Geschichten hinter dem Nahrungsmittel werden relevant. Kurzum: Unser Essen wird emotionalisiert. Überleben in Zukunft nur noch diejenigen Produzenten, deren Geschichten es auch wert sind, geteilt und beworben zu werden?

Quelle:
Gourmesse Zürich, Digital Themenabend

Text: Helen Dahdal, Bestswiss

 

 

 

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