Was Sie noch nicht über Geranien wussten

Die Fensterbänke der Schweizer Landhäuser erstrahlen wieder in der Blütenpracht hunderter Blumen. Ein richtig urschweizerischer Anblick – doch der Schein trügt. Denn die typischste Balkonblume steckt voller Überraschungen. Wir offenbaren Ihnen die Geheimnisse der Geranie.

Balkonpflanze Geranien

Kühe grasen auf saftig grünen Wiesen, die Sonne strahlt vom makellos blauen Himmel. Auf den Balkonen und Fensterbänken der Bauernhäuser leuchten wieder hunderte von Blumen – Schweiz pur, wie aus dem Bilderbuch. Oder, wenn man auf die Details achtet, Schweiz mit einem Hauch Südafrika. Denn die Balkonblume schlechthin, anzutreffen bei so gut wie jedem Schweizer Landhaus, hält so manche Überraschung bereit.

Die Geranie ist gar keine Geranie

Zuallererst sollte ein Irrtum aufgeklärt werden, der schon seit Jahrzehnten im deutschen Sprachraum zirkuliert: Was wir unter dem Namen Geranie verstehen, müsste korrekterweise eigentlich als Pelargonie bezeichnet werden. „Unsere“ Geranie gehört nämlich nicht zur einheimischen Pflanzengattung namens Geranium, sondern bildet eine eigene Gattung – ein Missverständnis, das auch unter Botanikern und Gärtnern des Öfteren Verwirrung stiftet.

… und sie ist auch kein Schweizer

Die nächste Desillusion folgt sogleich: Die Geranie, die in hängender oder stehender Wuchsform in zahlreichen Blumentöpfen blüht, ist bei Weitem nicht so typisch schweizerisch, wie es scheint. Die Blume wurde von Floristen als Dekoration aus wesentlich wärmeren Regionen importiert – zuerst im 17. Jahrhundert für den König von England, später auch in die Schweiz. Das natürliche Hauptvorkommen der Geranie findet man vor allem in in Südafrika und Namibia.

Sieht gut aus, aber nichts dahinter

Die reiche und langanhaltend Blütenpracht ist das Ergebnis einer Zuchtstrategie, bei der die Staubblätter, die eigentlich der Fortpflanzung dienen, zu grossen, bunten Blütenblättern herangezüchtet werden. Die Pflanze kann nicht befruchtet werden und blüht deswegen besonders lang. Das Problem dabei: Da sie keinen oder sehr wenig Nektar produziert, haben die Geranien den Insekten rein gar nichts zu bieten.

Wieso lieber wertvolle Wildpflanzen?

Warum also nicht Geranien, Petunien und Dahlien durch einheimische Wildpflanzen ersetzen? Vorteile bieten diese zur Genüge. Im Gegensatz zu importierten Arten besteht keine Gefahr, dass die Pflanzen aus den Blumentöpfen ausbüxen, sich übermässig ausbreiten und andere Arten verdrängen, denn sie haben bereits natürliche Feinde. Die Pflanzen sind winterfest: Sie sparen sich also im Herbst den mühsamen Umzug vom Balkon in wärmere Räume. Viele einheimische Beerensträucher und Wildkräuter fühlen sich auch in Blumentöpfen wohl und bringen frische Geschmäcker in Ihre Küche.

Und in den Genuss einer lang anhaltenden Blütenpracht kommen Sie dennoch, denn obwohl die Dauer eines Blütenstandes kürzer sein mag als bei den Geranien, kann man doch durch Zurückschneiden bei vielen Arten ein zweites oder sogar drittes Aufblühen bewirken. Die Blüten der Wildpflanzen sind reich an Pollen und Nektar und verströmen einen herrlichen Duft. Der zieht auch die fleissigen Bestäuber an. Ein Wildpflanzengarten ist für Insekten ein wahres Mekka – besonders, wenn Sie ihnen einen Unterschlupf bieten, zum Beispiel mit dem Beehome, in dem sich jede Wildbiene wohlfühlt. Es sind keine undankbaren Gäste: Sie stechen nicht und interessieren sich für den Inhalt der Blütenkelche viel mehr als für den Ihres Tellers.

Vielfältiges Beehome für Wildbienen

Keine anspruchsvollen Topfbewohner

Damit sich Wildpflanzen auf ihrem Balkon wohlfühlen, brauchen Sie nicht viel. Bei der Wahl des Blumentopfes sollten Sie unter anderem darauf achten, dass das Material temperaturregulierende Eigenschaften besitzt – Metallbehälter taugen deshalb nicht viel, da sie sich in der Sonne stark erhitzen. Auch ein atmungsaktives Material eignet sich, Ton zum Beispiel. Tontöpfe sind allerdings nicht sonderlich frostbeständig. Eine elegante und ausgefallene Lösung sind Gefässe aus Faserzement, die ein optimales Pflanzenwachstum gewährleisten.

Topf Biasco aus Faserzement Eternit

Erde gut, alles gut

Mit der richtigen Erde kann dann nicht mehr viel schiefgehen. Sie sollte feuchtigkeitsregulierend sein, sich also nicht zu sehr vollsaugen und schwer werden. Einen Extrakick kann man den Pflanzen mit Biodünger geben. Verwandeln Sie Ihren Garten in ein duftendes Paradies voller Kräuter und Blumen, Bienen und Schmetterlinge!

Hans Fuhrer Wurmerde

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