Wertvoller Wald – nutzen oder schützen?

Plastik- oder Papiertüte? Rustikaler Hocker oder Kunststoffschemel? Holzlokomotive oder Plastikkarussell? Nicht nur Erdöl, auch Holz ist schliesslich eine begrenzte Ressource. Ist Holz wirklich nachhaltiger als Plastik?

Plastik-Spielzeug Kinderzimmer

Die weltweite Waldfläche schrumpft immer mehr. Das ist bedenklich, denn diese Entwicklung ist gleichbedeutend mit einer geringeren Artenvielfalt und einer schlechteren Luftqualität. Besorgniserregend ist auch, dass mit dem Rückgang von Waldflächen ein Verlust an Sicherheit einhergeht. Auch in der Schweiz ist der Schutzwald, der hierzulande die Hälfte der Waldfläche ausmacht, von zentraler Bedeutung: Er schützt die Bevölkerung und die Infrastruktur vor Naturkatastrophen wie Überschwemmungen und Lawinen. Daher ist der Erhalt des Waldes ein wichtiger Punkt bei Nachhaltigkeitsstrategien in Politik und Wirtschaft. Macht es ökologisch gesehen überhaupt Sinn, Holzprodukte den Plastikwaren vorzuziehen?

Wenig Schadstoffe, bessere Klimabilanz

In Bezug auf die Klimabilanz ist Holz eindeutig der Sieger. Die Herstellung eines Hockers aus Schweizer Buchenholz ist beispielsweise viel weniger energieintensiv als das Verfahren zur Plastikherstellung. Auch der Transportweg ist kurz und somit wenig energieaufwändig. Möbel aus Holz sind äusserst langlebig und müssen kaum ersetzt werden: Im Gegensatz zu billigem Kunststoff wird der Buchenholzhocker auch nach vielen Jahren im Gebrauch nicht brüchig. So wird langfristig gesehen auch die Umwelt geschont – und als netter Nebeneffekt das eigene Portemonnaie gleich mit dazu. Und schliesslich werden bei der Vernichtung von Holz auch viel weniger Schadstoffe freigesetzt. Das CO2, das bei der Verbrennung entsteht, entspricht lediglich der Menge, die die Pflanze beim Wachsen aufgenommen hat. Somit hat Holz eine bedeutend positivere Ökobilanz, beschleunigt den Klimawandel weniger und sorgt für eine bessere Luftqualität.

Z-Hocker Buche

Gesünder und hygienischer

Holzprodukte sind auch die gesündere Variante, weil Holz im Vergleich zu Kunststoff meist hygienischer ist. Das liegt an der im Holz enthaltenen Gelbsäure, die eine antibakterielle Wirkung hat. Schneidebretter aus Holz erweisen sich als deutlich keimarmer als diejenigen aus Plastik, auf denen sich in den kleinen Kratzern schnell Bakterien ansammeln

Holziges Schneidebrett und Steakmesser

 

Nicht nur in der Küche, auch im Kinderzimmer trifft man mit Holz eine gute Wahl. Noch immer gibt es Spielwaren auf dem Markt, die den extrem schädlichen Kunststoff PVC enthalten. Allerdings ist auch bei Holzspielzeug Vorsicht geboten: Billige Lacke enthalten häufig gesundheitsschädliche Stoffe. Daher sollte beim Kauf unbedingt darauf geachtet werden, dass der Lack nicht gesundheitsgefährdend ist. Holzspielzeug kann aber genauso knallig bemalt sein wie Spielwaren aus Plastik. Und auch hier punktet das Material Holz mit seiner Langlebigkeit: Ein Holzspielzeug aus Massivholz ist so gut wie unzerstörbar.

 

Holziges Seilbahnset mit StationFSC-Label: Wald für immer und für alle

Sich für Holz zu entscheiden, macht also mit Blick auf die Gesundheit und das Klima durchaus Sinn. Dazu kommt, dass der Holzkonsum nicht zwingend auch einen Rückgang des Waldes bedeutet. Bei einer nachhaltigen Forstwirtschaft wird darauf geachtet, dass nicht mehr Bäume gefällt werden, als wieder nachwachsen. Als Konsumentin und Konsument können Sie eine solche Forstwirtschaft auch direkt fördern, indem Sie Holz- und Papierprodukte mit dem FSC-Label kaufen, das eines der bekanntesten Holzlabels ist. Es steht für eine ökologisch angepasste, sozial und wirtschaftlich verträgliche Waldbewirtschaftung. Bereits die Hälfte des Schweizer Waldes ist FSC-zertifiziert. In der Schweiz, die zu einem Drittel bewaldet ist, hat die Waldfläche zwischen 2006 und 2013 um 2 % zugenommen. Es gibt also keinen Gegensatz: Wir können nutzen und schützen. 

FSC Label

 

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