Schweiz – Switzerland: mehr als nur Käsefondue und Wilhelm Tell

Schneebedeckte Berge, feinste Schoggi und hochpräzise Uhren – all das passt zum Klischee der Bilderbuchschweiz. Doch was macht die Schweiz wirklich aus, und wer sind die Menschen, die hier leben?

Politisches System der Schweiz

Seit 1848 gilt die Schweiz als föderalistisch organisierter Bundesstaat. Politische Entscheidungsträger sind Bund, Kantone und Gemeinden. Die 26 Schweizer Kantone sind dabei weitgehend souverän und aufgrund ihrer Vertretung durch den Ständerat auch an politischen Entscheidungsfindungen auf Bundesebene beteiligt.

Stellt man die Schweiz in einen internationalen Vergleich, fällt auf, dass das politische System zwei Besonderheiten aufweist.

  • Erstens ist die Schweiz eine direkte Demokratie. Als solche verfügt sie über zwei direktdemokratische Elemente, die es allen stimmberechtigten Bürgern ermöglichen, an der Gestaltung der Schweizer Politik mitzuwirken. Dies ist mittels des obligatorischen (bei Verfassungsänderungen) und des fakultativen Referendums (bei Beschlüssen des Parlaments) sowie der Volksinitiative möglich. Zudem müssen kantonale Gesetzesvorlagen durch die stimmberechtigte Bevölkerung in den jeweiligen Kantonen bestätigt werden; auf Gemeindeebene ist eine direkte politische Beteiligung in den Gemeindeversammlungen möglich. Einzig bei der Wahl der sieben Mitglieder des Bundesrats und der/des Bundespräsidentin/Bundespräsidenten (Regierung) ist das Schweizer Stimmvolk nicht direkt beteiligt. Die Regierung wird stattdessen durch die Vereinigte Bundesversammlung (Parlament) gewählt, die aus dem Nationalrat (Vertretung des Volks mit 200 Sitzen) und dem Ständerat (Vertretung der Kantone mit 46 Mandaten) besteht.
  • Zweitens folgt die Schweiz dem Prinzip der Konkordanz. Gemäss diesem Grundsatz werden in der Schweiz alle grösseren Parteien in die politischen Entscheidungsfindungsprozesse eingebunden und sie sind auch im Bundesrat vertreten. In der Schweiz stehen sich somit das Konsensprinzip der Konkordanz und das sich aus der direkten Demokratie ergebende Mehrheitsprinzip gegenüber.

Wirtschaftsland Schweiz

Wie die meisten westeuropäischen Länder hat sich auch die Schweiz während des 20. Jahrhunderts vom Agrarstaat zum Industriestaat entwickelt. Die grosse Mehrheit der Bevölkerung ist heute im Dienstleistungssektor tätig – dem wichtigsten Wirtschaftszweig der Schweiz. Wichtige Dienstleistungsbereiche sind das Banken- und Versicherungswesen sowie der Tourismus. Nebst den international tätigen Schweizer Banken wie UBS und Credit Suisse haben auch weitere Unternehmen ihren Firmensitz in der Schweiz. Zu den umsatzstärksten Unternehmen gehören beispielsweise Vitol (Mineralölhandel) und Glencore International im Bereich Rohstoffhandel, Nestlé aus der Nahrungsmittelbranche sowie die Pharmakonzerne Novartis und Roche.

Die rohstoffarme Schweiz setzt auf Handelsbeziehungen mit dem Ausland. Dabei ist das Nachbarland Deutschland der wichtigste Handelspartner der Schweiz. Während 20 % der Exportgüter über die deutsch-schweizerische Grenze spediert werden, stammen umgekehrt rund 78 % der in die Schweiz importierten Güter aus der Europäischen Union (EU). Mit einem Brutto-Inlandprodukt von 81’000 Euro pro Kopf belegt die Schweiz Platz 5 auf der BIP-Weltrangliste.

Vielfältige Traditionen und reiches Kulturerbe

Die Schweiz lebt von einer Vielzahl an Bräuchen und Traditionen, die vor allem auf regionaler und lokaler Ebene gelebt werden.

  • Immaterielles Kulturerbe
    Im Rahmen des UNESCO-Übereinkommens haben das Bundesamt für Kultur, die Schweizerische UNESCO-Kommission und die kantonalen Kulturstellen gemeinsam eine Liste der Lebendigen Traditionen zusammengestellt. Die erstmals 2012 veröffentlichte Liste wurde 2017 aktualisiert und umfasst neuerdings rund 200 Einträge. Die Zusammenstellung reicht von mündlich überlieferten Traditionen und traditionellem Handwerk bis zu gesellschaftlichen Praktiken, darstellenden Künsten oder Formen des Umgangs mit der Natur. „Älplerchilbi“, „Bochselnacht“, „Chrööpfelimee“ und „Gebetsheilen“ – die Vielfalt und Eigenart der unterschiedlichen Brauchtümer dürften das Interesse mancher Leserin und manchen Lesers wecken.
  • Materielles Kulturerbe
    Nebst ihrem immateriellen Kulturerbe überzeugt die flächenmässig kleine Schweiz auch mit ihrem materiellen Kulturerbe. Bereits 1975 hat die Schweiz die UNESCO-Konvention ratifiziert und verfügt heute über acht kulturelle Welterbstätten. Dazu gehören Sehenswürdigkeiten wie:
    – Die Berner Altstadt
    – Der Stiftbezirk St. Gallen
    – Das Kloster St. Johann in Müstair
    – Die Burgen von Bellinzona
    – Das Weinbaugebiet Lavaux
    – Das Städtchen La Chaux-de-Fonds/Le Locle
    – Die Pfahlbauten aus prähistorischer Zeit um die Alpen
    – Das Werk des Schweizer Architekten Le Corbusier

Auch im Bereich Naturerbe hat die Schweiz einiges zu bieten. Naturbegeisterte können sich beispielsweise zwischen einem Ausflug in das Jungfrau-Aletsch-Gebiet, einer Wanderung in der Tektonikarena Sardona oder einer Gipfelbesteigung des Monte San Giorgio entscheiden.

Schweizer Sportlichkeit
In der Schweiz gibt es einiges zu entdecken – das gilt auch für Sportinteressierte. Die Faszination einiger traditioneller Sportarten hält bis heute an und entsprechend sind an Volksfesten und Grossanlässen oft auch Sportarten wie Hornussen, Schwingen oder das Fahnenschwingen vertreten. Das alle drei Jahre stattfindende Eidgenössische Schwing- und Älplerfest begeistert jeweils tausende von Besucherinnen und Besuchern. Die beliebteste Sportart ist aber auch in der Schweiz der Fussball. Auf internationalem Parkett ist die Schweiz vor allem im Segeln und im Tennis erfolgreich. Die Schweizer Yacht Alinghi oder die Tennisspieler Roger Federer, Stan Wawrinka und die Tennisspielerin Martina Hinggis sind mittlerweile längst über die eigenen Landesgrenzen hinaus bekannt.

 

Schon gewusst? – Die Schweiz in Zahlen

Zahlreiche Legenden und Mythen ranken sich um die Eidgenossenschaft. Da soll Wilhelm Tell den wagemutigen Apfelschuss vollbracht haben und drei mutige Männer sollen auf dem Rütli einen Schwur gegen die tyrannischen Vögte der Habsburger geleistet haben. Die beiden Geschichten haben eines gemeinsam: Es mag ein wahrer Kern in ihnen stecken – und damit hat es sich. Wer wirklich etwas über die Schweiz erfahren möchte, stöbert daher am besten in unseren harten Fakten!

  • Sie schmückt die Häuser der Stadt und das Bundeshaus, sie weht am Fahnenmast auf dem Bauernhof oder im Schrebergarten, unsere aussergewöhnliche, quadratische Fahne mit dem Schweizerkreuz, deren Länge und Breite im Verhältnis 1:1 stehen, was nicht der typischen rechteckigen Form einer Flagge entspricht. Nebst der Schweiz sticht auch der Vatikan heraus, dessen Flagge ebenfalls quadratisch ist.

Schweizergardist in traditioneller Uniform

  • Das Schweizer Parlament besteht aus 2 einander politisch und rechtlich gleichgestellten Kammern: dem National- und dem Ständerat.
  • Die Altersvorsorge wird in der Schweiz grossgeschrieben. Sie baut auf 3 sogenannten Säulen auf: der staatlichen Vorsorge (1. Säule), der beruflichen Vorsorge (2. Säule) und der privaten Vorsorge (3. Säule). Während die erste Säule der Existenzsicherung dient, soll die zweite den gewohnten Lebensstandard sichern und die dritte den Zusatzbedarf decken.
  • Die 4 Landessprachen sorgen für eine grosse Vielfalt in der Eidgenossenschaft. 64,1 % der Schweizer und Schweizerinnen parlieren auf Deutsch, 22,7 % auf Französisch, 8,4 % auf Italienisch und 0,6 % auf Rätoromanisch (Stand: Mai 2017).
  • Wenn sie auch nicht zur EU gehört, so liegt die Schweiz doch im Herzen Europas. Sie grenzt an die 5 Länder Deutschland, Frankreich, Italien, Österreich und Liechtenstein.

Nachbarländer Schweiz

  • Neun Mal war der in Basel geborene Schweizer Arthur Cohn als Produzent für einen Oscar nominiert, 6 der Hollywood-Trophäen gewann er zwischen 1961 und 1999. Bekannt geworden ist der Basler durch Filme wie „Nur Himmel und Dreck“, „Ein Tag im September“, „Die Kinder der Seidenstrasse“ oder „Russendisko“.
  • Laut Bundesverfassung ist die „oberste leitende und vollziehende Behörde des Bundes“ der 7-köpfige Bundesrat.
  • Mehr als 8 Millionen Einwohner und Einwohnerinnen tummeln sich in der Schweiz – Tendenz steigend.
  • Weil die Sterne am Himmel des Eurovision Song Contest für die Schweiz nicht hell leuchteten, erreichte sie seit 1956 bereits 9 Mal beim europäischen Wettbewerb Punktgleichheit mit dem letzten Platz. Sie war mit 11 deutschen, 23 französischen, 13 englischen und italienischen Songs vertreten und nur jeweils einmal waren ein zweisprachiger und ein rätoromanischer Titel am Start. Die grössten Erfolge feierte die Schweiz 1956 mit „Refrain“ von Lys Assia und 1988 mit „Ne partez pas sans moi“ von Céline Dion.
  • 10 % der Logiernächte in der Schweiz wurden von unseren deutschen Nachbarn gebucht, womit die Deutschen den wichtigsten Teil der ausländischen Gäste ausmachen.
  • Wenn die National-11 der Schweiz einläuft, jubeln und fiebern Herr und Frau Schweizer kräftig mit. Ihren grössten Erfolg konnte die Schweizer Nationalmannschaft bisher an den Olympischen Spielen von 1924 in Paris verbuchen, als sie die Silbermedaille gewann. Und: 11 kg Schoggi essen Herr und Frau Schweizer pro Jahr. Geschlagen werden die Eigenossen nur noch von den Deutschen.
  • Bildungshungrige können in der Schweiz an 12 öffentlichen Universitäten studieren: an der ETH Zürich (seit 1855), der ETH Lausanne (seit 1853), der Universität Basel (seit 1460), der Universität Bern (seit 1834), der Universität Freiburg (seit 1889), der Universität Genf (seit 1559), der Universität Lausanne (ab 1537 Académie de Lausanne, seit 1890 Universität), der Universität Luzern (ab 1938 theologische Fakultät, seit 2000 Universität), der Universität Neuenburg (ab 1838 Académie de Neuchâtel, seit 1909 Universität), der Universität St. Gallen (seit 1898), der Universität der italienischen Schweiz (seit 1996) und der Universität Zürich (seit 1833).
  • Die kleinste Gemeinde mit 13 Einwohnern heisst Corippo und liegt im Tessin (Stand Dezember 2015).
  • Wer Ausflüge liebt, hat in der Schweiz viel zu entdecken, etwa die 14 Kultur- und Naturdenkmäler, die zum UNESCO-Weltkulturerbe und zu den UNESCO-Biosphären zählen. Dazu gehören: die Berner Altstadt, die drei Burgen von Bellinzona, das Kloster St. Johann in Müstair, die Rhätische Bahn, der Stiftsbezirk St. Gallen, die Tektonikarena Sardona, die Stadtlandschaften Uhrenindustrie La Chaux-de-Fonds und Le Locle, prähistorische Pfahlbauten und das architektonische Werk von Le Corbusier sowie das Biosphärenreservat Entlebuch, der Monte San Giorgio, die Region Schweizer Alpen Jungfrau–Aletsch, der Nationalpark (Parc Naziunal) und schliesslich die Weinberg-Terrassen des Lavaux.
  • Kennen Sie Dieter Meier und Boris Blank? Als Elektro-Pop-Duo Yellow konnten sie zahlreiche internationale Erfolge einheimsen – wie etwa 15 Top-50-Platzierungen in den US Dance Club Songs.
  • Kaum zu glauben, aber wahr: In der Schweiz ist man nirgendwo über 16 Kilometer von einem See entfernt.
  • Im zarten Alter von 17 Jahren feierte unser Tennisliebling Roger Federer sein Davis-Cup-Debut gegen Italien. Das war 1999!
  • Ab an die Urne: Stimmberechtigt ist man hierzulande im Alter von 18 Die durchschnittliche Wahlbeteiligung liegt bei rund 45 %. Einzig und allein der Kanton Schaffhausen hat bisher die Wahlpflicht eingeführt – wer nicht abstimmt, erhält eine Busse.
  • 19 Mister Schweiz entzückten zwischen 1994 und 2012 die Schweizer Frauenwelt. Mister Schweiz 2012 Sandro Cavegn konnte bisher nicht entthront werden, da es seither aufgrund mangelnder Sponsoren keine Krönung eines neuen Mister Schweiz mehr gab.
  • Im April 2017 ist der FC Basel zum 20. Mal Schweizer Meister geworden.
  • Ein Schweizer Bauernfamilienbetrieb verfügt im Durchschnitt über 23 Kühe. Die fünf beliebtesten Namen für Kühe lauten in der Schweiz Fiona, Bella, Nora, Sina und Nina.

Kuh auf Weideland

  • Kantönligeist, sei gegrüsst: 26 Kantone hat die Schweiz, wovon 6 als Halbkantone gelten.
  • 48 Gipfel der Schweizer Alpen ragen über die 4000-Meter-Grenze hinaus, wobei der höchste Berg, die Dufourspitze, satte 4634 Meter über Meer liegt.
  • 110 Mann gehören laut Reglement zum Regiment der Schweizergarde, die für die Sicherheit des Papstes verantwortlich ist und die Zugänge zur Vatikanstadt sichert.
  • Bei 450 Käsesorten im Land hat man die Qual der Wahl – aber so lässt sich auch für jeden Gaumen eine passende Sorte finden.

 

Schweizer Käsesorten

  • Das Jahr 1291 gilt gemäss dem Rütlischwur-Mythos als Gründungsjahr der Schweiz und wird stets am 1. August mit tausenden von Tonnen Feuerwerk zelebriert. Der heutige Bundesstaat Schweiz besteht seit 1848.
  • Für den Weltmeistertitel im Fussball mag es (noch) nicht reichen, aber Weltmeister im PET-Sammeln sind wir allemal! So betrug die Menge an rezykliertem PET im Jahr 2016 38 661 Tonnen.
  • Klein und fein: Die Schweiz kommt ganz ohne Millionenstädte aus. Grösste Stadt der Eidgenossenschaft ist Zürich mit rund 400 000 Einwohnern und Einwohnerinnen.

Der Blick auf die Schweizer Karte – ein Land der Berge und Seen

Nicht grundlos wird die Schweiz als Alpenland bezeichnet – immerhin nehmen unsere Alpen rund 60 % der rund 41 000 km² Landfläche ein und säumen so den südlichen Teil der Schweiz. Auch wenn die Dufourspitze der höchste Punkt der Schweiz ist, sind die bekanntesten Berge doch das Matterhorn (4478 m) sowie das Dreigespann Eiger (3967 m), Mönch (4107 m) und Jungfrau (4158 m) die jährlich hunderttausende von Touristen aus aller Welt anziehen.

Eiger, Mönch, Jungfrau

Auch das Mittelland und der Jura sind von Bergen oder Hügeln geprägt. Während es sich beim Jura um ein geologisch junges Faltengebirge aus Kalkstein handelt, besteht das hügelige Mittelland, das im Mittel auf einer Höhe von 400 bis 600 m ü. M. liegt, aus Sedimentgestein, der sogenannten Molasse.

Doch nicht nur die Berge eignen sich als wunderschöne Schweizer Ausflugsziele, auch zahlreiche Seen – rund 1500 an der Zahl – locken Schweizer und Schweizerinnen ebenso wie Touristen ins Freie. Die Grosszahl der Schweizer Seen entstand nach dem Rückzug der Gletscher, als die zurückgelassenen Gletscherbecken von fliessenden Gewässern aufgefüllt wurden. Zu den grössten vollständig in der Schweiz liegenden Seen gehören der Neuenburgersee, der Vierwaldstättersee und der Zürichsee.

Wetter in der Schweiz: von grauem Nebel bis eitel Sonnenschein

Das Schweizer Klima gibt es nicht. Wer beispielsweise im Mittelland lebt und an ein kontinental gemässigtes mitteleuropäisches Klima gewöhnt ist, lässt es sich nicht nehmen, hie und da etwas neidisch auf das Wetter im Tessin zu blicken. Die sogenannte Sonnenstube der Schweiz liegt südlich der Alpen und profitiert daher eher von einem mediterranen Klima.

Was die Temperaturen in der Schweiz anbelangt, so können auch diese Extremwerte erreichen: Bei der höchsten je gemessenen Temperatur von 41,5 °C wurde am 11. August 2003 in Grono um die Wette geschwitzt, während den Einwohnern und Einwohnerinnen von La Brévine beim tiefsten Wert von −41,8 °C am 12. Januar 1987 wohl heftig die Zähne klapperten.

 Natur Schweiz Edelweiss

 

Der Naturraum Schweiz
Ein kurzer Blick auf die Weltkarte verrät, dass das Binnenland Schweiz flächenmässig ein kleiner Staat ist. Was die Grösse nicht zu erreichen vermag, gelingt der Schweizer Fauna und Flora: sie beeindruckt – und zwar mit ihrer Diversität, die Schweizer und Touristen aus dem Ausland gleichermassen verzaubert.

Landschaftlich lässt sich die Schweiz in drei Räume gliedern: die Gebirgskette des Schweizer Jura, das Mittelland und die Alpenregion mit den Voralpen. Rund ein Drittel des Staatsgebietes ist bewaldet; die Waldfläche in den Voralpen und Alpen hat seit 1985 sogar um 8 bis 28% zugenommen.

Die Schweizer Wälder bieten ideale Voraussetzungen für eine vielfältige Pflanzenwelt und eine ebenso artenreiche Tierwelt. Neben den Wäldern fördern eine Reihe weiterer Naturräume eine hohe Biodiversität – Gewässer, Feuchtgebiete, Fels und Geröll, Grünland, Gebüsche und Staudenflure.

Damit die Biodiversität von Fauna und Flora erhalten werden kann, gilt es einen sorgfältigen Umgang mit dem Natur- und Kulturraum Schweiz zu pflegen. Das Bundesamt für Umwelt (BAFU), das sich den Herausforderungen Klimaschutz, Biodiversität und Umgang mit natürlichen Ressourcen annimmt, macht dabei die Ziele im Bereich Sport und Tourismus transparent:  

«Erhaltung der Lebensraumqualität durch das Verhindern von irreversiblen Schäden und durch die Förderung einer biodiversitätsfreundlichen nachhaltigen Nutzung durch Sport und Tourismus auf der gesamten Landesfläche.»
Skitouren in der Schweiz
Das Wandern ist des Schweizers Lust …

Neben der vielfältigen Fauna und Flora besticht die Schweiz mit einem durch den Atlantik bestimmten milden Klima mit deutlich unterscheidbaren Jahreszeiten. Die Temperaturen reichen von mediterran bis arktisch und sind in erster Linie von der Höhenlage abhängig. Die Schweiz wird dadurch von Januar bis Dezember zu einem attraktiven und abwechslungsreichen Wander-, Sport- und Erholungsgebiet.

Das Angebot an Ausflugszielen in den Bereichen Sport und Tourismus ist dabei beinahe unerschöpflich. Auf den rund 65’000 Kilometern signalisierten Wanderwegen kann die Schweiz sogar bestens zu Fuss erlebt und entdeckt werden. Ein Angebot, das die Schweizer und Schweizerinnen zu nutzen scheinen – durchschnittlich 20 Wanderungen unternehmen Schweizer Wanderlustige pro Jahr. In einem weiteren Blog haben wir für Sie zahlreiche Tipps zur idealen Vorbereitung auf das Wandervergnügen zusammengestellt.

Wandern ist in der Schweiz ein saisonunabhängiges Vergnügen. Im Frühling betören Bergnarzissen bei Seewis Wanderbegeisterte, im Sommer locken die teils konditionell anspruchsvollen Wanderungen im Alpengebiet, im Herbst lassen sich die farbenprächtigen Wälder im Mittelland bestaunen und die Schweizer Winterlandschaft lässt sich am besten auf Schneeschuhen erkunden. Adrenalinhungrige ersetzen die Schneeschuhe am besten durch Ski oder Schlitten und sausen damit durch die faszinierende winterliche Bergwelt.

Geniessen Sie zum Beispiel die Bergkulisse in Zermatt, dem höchstgelegenen Skigebiet der Alpen, erkunden Sie das ideale Gebiet für Ski- und Snowboard-Anfänger in Saas-Fee oder lassen Sie sich durch die weltbekannte Bergkette Eiger-Mönch-Jungfrau faszinieren! Im Sommer sorgen dann unzählige Rodelbahnen für den berauschenden Geschwindigkeitskick.
Menschen und Tiere in der Schweiz
Die vielfältige Schweizer Bevölkerung

Belebten um 1900 noch 3,3 Millionen Einwohner und Einwohnerinnen das Staatsgebiet der Schweiz, so zählen heute bereits 8,4 Millionen Menschen zur ständigen Wohnbevölkerung (Stand: 31. Dezember 2016). Und die Tendenz ist mit einem durchschnittlichen jährlichen Bevölkerungswachstum von 1% weiterhin steigend.

Mehr als ein Achtel der Gesamtbevölkerung hat sich in der Agglomeration Zürich niedergelassen. Damit ist Zürich mit rund 151 Gemeinden der grösste Stadtraum, gefolgt von Genf, Basel und Bern. Diese Rangordnung widerspiegelt gleichzeitig die Grössenverhältnisse der gleichnamigen vier grössten Städte der Schweiz.

Der sprachliche Alltag der Schweiz ist geprägt von Diversität.  Denn ebenso vielfältig wie sich der Landschaftsraum Schweiz präsentiert, gestaltet sich auch die Sprachlandschaft Schweiz. Zwar sprechen rund 63% der ständigen Bevölkerung Deutsch oder Schweizerdeutsch, doch damit ist aufgrund der Schweizer Dialektvielfalt noch kein gegenseitiges Verständnis garantiert – so sind Kantonsgrenzen immer wieder auch Verständnisgrenzen.

Damit jedoch nicht genug – die Schweiz schmückt sich mit drei weiteren Landessprachen. Unterhalten kann man sich auch auf Französisch (22,7%), das ebenfalls unterschiedliche regionale Dialekte kennt, auf Italienisch (8,1%) oder  Rätoromanisch (0,5%).

Eine Festlegung der Amtssprache liegt im Kompetenzbereich der Kantone. Die 26 (Halb-)Kantone der Schweiz sind entweder einsprachig (22 Kantone), zweisprachig (3 Kantone) oder dreisprachig (1 Kanton). Die meistgesprochene Sprache Deutsch ist in rund 21 Kantonen Amtssprache – nur in den Kantonen Tessin, Genf, Waadt, Jura und Neuenburg müssen sich Deutschsprechende an die Sprache der jeweiligen Kantons- und Gemeindebehörden anpassen.

Von der Sprachlandschaft zur Kulturlandschaft – und somit zur nächsten Form der Vielfalt. Rund 199 Formen des immateriellen Kulturgutes stehen auf der vom Bundesamt für Kultur publizierten „Liste der lebendigen Traditionen“. Zur kulturellen Vielfalt der Schweiz tragen nicht nur traditionelle mündliche Ausdrucksweisen bei, sondern auch traditionelle Handwerkskünste wie die Brienzer Holzschnitzerei, kulturelle Praktiken wie der jurassische Karneval oder darstellende Künste wie die Basler Trommeln.
Napoleon in der Schweiz
Von Legenden und historischen Tatsachen

Alte Eidgenossenschaft – Helvetische Republik – Staatenbund – Bundesstaat. Damit sind die historischen Eckpunkte zwar abgesteckt, die Geschichte der Schweiz jedoch noch nicht erzählt.

Die Geschichte der Schweiz lässt sich besonders eindrücklich mit der Legende vom Schwur der drei Eidgenossen aufrollen. So sollen drei Vertreter der Stände Uri, Schwyz und Unterwalden (Walter Fürst, Werner Stauffacher und Arnold von Melchtal) 1291 auf dem Rütli einen Bund gegen die habsburgischen Vögte aus Österreich geschlossen haben. Die Geschichte um den heute als Rütlischwur bekannten Bundesschluss ist allerdings nur eine Legende aus der Sammlung grosser Mythen der alten Schweiz. In derselben Tradition, der sogenannten Befreiungstradition, steht die Sage vom Schützen und Freiheitskämpfer Wilhelm Tell. Ebenso wie die drei Herren auf dem Rütli gilt auch Wilhelm Tell – der gemäss Erzählung vom habsburgischen Landvogt Gessler zum Apfelschuss gezwungen wurde und den Tyrannen Gessler schliesslich in der Hohlen Gasse erschossen hat – als Symbol des Widerstands der Eidgenossen gegen die damalige Herrschaft der habsburgischen Vögte.

Auch wenn die Gründung der Alten Eidgenossenschaft sagenumwoben bleibt, so steht doch fest, dass zwischen 1353 und 1513 eine Reihe von Bündnissen zwischen einzelnen Orten geschlossen wurde. So lässt sich die Alte Eidgenossenschaft zwischen (frühestens) 1291 und 1798 denn auch am besten als ein politisch-militärisches Bündnisgeflecht bezeichnen, dem bis 1798 dreizehn Orte angehörten.

Dieses Bündnisgeflecht wurde 1798 aufgelöst, als die Schweiz im Zuge der Napoleonischen Kriege unter französische Herrschaft geriet – das politische System der Alten Eidgenossenschaft wurde beendet und ein zentralistischer Einheitsstaat, die Helvetische Republik (1798 – 1803), ausgerufen. Der neu geschaffene Einheitsstaat basierte erstmals auf den Prinzipien Rechtsgleichheit, Volkssouveränität und Gewaltentrennung. Als Amtssprachen waren bereits damals Deutsch, Französisch und Italienisch anerkannt.

Doch bereits 1803 scheiterte das Projekt Zentralstaat Schweiz. Neue verfassungsrechtliche Grundlage wurde die sogenannte Mediationsakte (1803 – 1813), die die ehemals staatlichen Kompetenzen mehrheitlich wieder an die 19 Kantone überwies. Nach dem Sturz Napoleons wurde 1815 auf dem Wiener Kongress die Souveränität der Schweiz bestätigt, die den eidgenössischen Kantonen bereits 1648 im Westfälischen Frieden zugesichert worden war. Der Bundesvertrag von 1815 und der damit begründete Staatenbund (1815 – 1848) stellte eine weitgehende Souveränität der Kantone sicher, wobei als Zentralinstanz die eidgenössische Tagsatzung diente.

Doch erst mit dem Inkrafttreten der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft von 1848 erfolgte schliesslich die Gründung des bis heute bestehenden modernen Bundesstaates mit föderalistischer Struktur.

 

 

Text: Deborah von Büren, Nadine Ellis

Quellen:

Das nationale Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora

Schweizer Wanderwege

Bundesamt für Umwelt BAFU

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