Holzspielzeuge: nachhaltige Produkte mit einer langen Geschichte | Bestswiss

Holzspielzeuge: nachhaltige Produkte mit einer langen Geschichte

Eine kurze Geschichte des Holzspielzeugs

Tonfigur – Museen der Stadt Nürnberg, Spielzeugmuseum

Die Geschichte des Spielzeugs beginnt früh, denn bereits vor 100 000 Jahren wurden aus Ton und Stein einfache Objekte wie Rasseln zur Imitation von Naturgeräuschen oder Puppen als Nachbildung des Menschen gefertigt. Ob es damals auch Spielsachen aus Holz gab, kann nicht abschliessend geklärt werden, da diese die Zeit nicht überdauert hätten.

Spielzeugfisch Museen der Stadt Nürnberg, Spielzeugmuseum

Holzspielzeug aus der Antike

Die ältesten heute noch existierenden Spielsachen aus Holz stammen aus der Antike: Kinder in Griechenland und Ägypten spielten etwa 200 vor Christus mit handgeschnitzten Tierfiguren, zum Beispiel Löwen oder Krokodile, oder mit einfachen Kreiseln und Würfeln. Sehr beliebt waren auch hölzerne Waffen und Pferde zum Nachspielen von Kampfszenen. Erwachsene vergnügten sich – wie Wandmalereien belegen – mit Brettspielen aus Holz, beispielsweise Dame.

Im Mittelalter wurde Spielzeug zum Statussymbol

Im Mittelalter wurde die Gestaltung der Spielsachen aufwändiger, das Spielzeug wurde realitätsnaher und auch teurer. Es entwickelte sich zum Statussymbol: Adlige besassen filigrane und aufwändig hergestellte Spielsachen, während ärmere Schichten eher mit grob geschnitzten Figuren spielten oder ganz auf Spielzeug verzichten mussten. Einen grossen Einfluss auf die Art der Spielsachen übte schliesslich die Industrialisierung aus, so entstand etwa im 19. Jahrhundert die beliebte Holzeisenbahn. Zudem wurden in dieser Zeit erste pädagogische Spielsachen wie Baukästen entwickelt. Heute sind Spielsachen kein Ausdruck von Wohlstand mehr: Alle Gesellschaftsschichten können sich Spielzeug leisten, das in einer enormen Vielfalt und in verschiedensten Materialien erhältlich ist.

Holzspielzeug – bis heute hoch im Kurs

Heute noch erfreut sich Spielzeug aus Holz aus verschiedenen Gründen grosser Beliebtheit. Zum einen sendet Holzspielzeug im Vergleich zu elektrischem Spielzeug nur wenige optische und akustische Reize aus. Das Spiel mit Holz ist stark auf die Interaktion mit der Umwelt ausgelegt, wirkt für Kinder nicht reizüberflutend und strapaziert elterliche Nerven nicht im Übermass. Holzspielzeug fördert die Fantasie und Kreativität der Kinder und besteht in der Regel nicht aus Kleinteilen – es ist also nicht so leicht schluckbar. Dazu ist Holz im Vergleich zu anderen Materialien wie Plastik sehr nachhaltig, denn der Rohstoff wächst schnell nach, ist robust und kann vollständig recycelt werden

Holzspielzeug aus der Schweiz

Holzspielsachen sind aber mehr als nur nachhaltig und pädagogisch wertvoll, in ihnen steckt viel Tradition, Herzblut und soziales Engagement, wie ein Blick auf Schweizer Hersteller beweist. So zum Beispiel auf die Marke Ahorn Holz und Spiel, die im urchigen Emmental aus nachhaltigem FSC-Holz klassische Holz-Züge und schnittige Walking Bikes herstellt. Die Firma bietet auch elegant gearbeitete Carambole-Turnierbretter und das bekannte Denkspiel „Vier gewinnt“ für ältere Spielfreudige an. Ein anderes Beispiel ist das Atelier Passage, das in Port bei Biel Arbeitsplätze für Menschen bietet, deren Leistung aus psychischen Gründen eingeschränkt ist. Für die ausschliesslich aus Schweizer Holz gefertigten Puzzles, Stelzen, Nachziehtiere und andere liebevoll von Hand nachgeschliffene und lackierte Produkte werden nur kindergerechte Farben und Lacke verwendet. Auch die 1979 in Basel gegründete Werkstätte Weizenkorn hat sich dem sozialen Engagement verschrieben und betreibt geschützte Arbeitsplätze, mit dem Ziel, junge Menschen in den Arbeitsmarkt zu integrieren. In Handarbeit mit maschineller Unterstützung entstehen unter anderem Würfelpuzzles und Memorys aus Holz mit liebevoll gestalteten, farbenfrohen Tiersujets. Für erwachsene Liebhaberinnen und Liebhaber von Holzspielzeug hat die Stiftung Brändi das Passende im Angebot: In der professionellen Non-Profit-Organisation aus Luzern stellen Menschen mit psychischen, physischen oder körperlichen Beeinträchtigungen die beliebten Gesellschaftsspiele „Brändi Kubb“ und „Brändi Kings Dog“ her. Für holzgemachten Spass für Jung und Alt sorgen schliesslich auch die Baukästen mit Solar Toys von Peter Wüthrich: Der solarbetriebene Rennwagen, der Radfahrer oder Flugzeuge können zu Hause selbst zusammengebaut werden und bringen Bewegung in die Welt der Holzspielsachen.

Text: Valentin Bär, Bestswiss

Mehr über Schweizer Holz

Quellen:
https://www.holzspielwaren-ackermann.de/blog/neues-aus-der-werkstatt/5-gruende-warum-holzspielzeug-gut-fuer-kinder-ist
https://www.planet-wissen.de/sendungen/sendung-spielzeug-100.html
https://www.holzspielwaren-ackermann.de/blog/sonstiges/holzspielzeug-kleine-geschichte
https://www.planet-wissen.de/gesellschaft/spiele_und_spielzeug/geschichte_des_spielzeugs/pwwbgeschichtedesspielzeugs100.html

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