4000er Schweiz - Viertausender Gipfel mit Höhenangabe | Bestswiss

Die 4000er in der Schweiz

Beeindruckend ist das Alpenpanorama von der Bundeshauptstadt aus, die Berge scheinen zum Greifen nahe. Dies liegt auch daran, dass hier vier mächtige 4000er-Gipfel der Schweiz zu sehen sind.

Die 4000er der Schweiz

Die Schweiz zählt insgesamt 48 Gipfel, die höher als 4000 Meter sind. Sie ragen beeindruckend hoch in den Himmel und sind bereits von weitem sichtbar, ein Highlight der Schweizer Alpen. Welche Berge offiziell als Viertausender gelten und welche nicht, wurde im Jahr 1994 von der UIAA (Union Internationale des Associations d’Alpinisme) definiert. Beim abgebildeten Alpenpanorama handelt es sich bei vier von fünf sichtbaren Bergspitzen um offizielle 4000er: Finsteraarhorn, Fiescherhorn, Mönch und Jungfrau. Der Eiger, der gemeinsam mit Mönch und Jungfrau  ein markantes Dreigestirn bildet, zählt knapp nicht als 4000er: Sein Gipfel liegt auf 3970 m ü. M. Der höchste Punkt des Kantons Bern ist mit 4274 Metern das weniger bekannte Finsteraarhorn, auf dem Bild ganz links. Der markante, spitz zulaufende Gipfel des Finsteraarhorns war bereits 1812 das Ziel von Arnold Abbühl, Joseph Bortis und Alois Volken. Es ist allerdings unklar, ob sie tatsächlich den Hauptgipfel erreichten. 1829 gelang Jakob Leuthold und Johann Währen die Erstbesteigung über den heutigen Normalweg. Beide waren als Bergführer von Gletscherforscher Franz Joseph Hugi unterwegs, der wegen einer Fussverletzung zurückbleiben musste.

4000er in der Schweiz Finsteraarhorn, Fiescherhorn, Eiger, Mönch, Jungfrau

Schweizer Alpen im Berner Oberland. Bild: Fotolia

Sagenumwobene Jungfrau
Der erste Viertausender, der bestiegen wurde, war allerdings die Jungfrau. Bereits 1811 erreichten Johann Rudolf Meyer, sein Bruder Hieronymus sowie die Walliser Gemsjäger Alois Volken und Joseph Bortis den Gipfel. Um die Jungfrau ranken sich zahlreiche Sagen und Mythen, wie jene vom „Kriegsloch“: Angeblich drohen grosse Kriege, wenn sich das Loch im Gletscher schliesst. Sagen und die vielseitige Gestalt der Jungfrau regten vom Ende des 18. Jahrhunderts bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts zahlreiche Bergsteiger und Reisende zum Schreiben und Malen an. Der Name der Jungfrau ist übrigens auf das Frauenkloster Interlaken zurückzuführen, das Ländereien im heutigen Jungfraugebiet besass. Der Mönch hat nichts mit Klosterbrüdern zu tun, sein Name stammt aus der Pferdezucht, die früher im Oberland noch heimisch war. Münche, also Wallache, grasten auf den Alpweiden am Fusse des Berges, dadurch wurde er zum Münchberg, später zu Münch oder eben Mönch.

4000er in der Schweiz Eiger Mönch und Jungfrau Berner-Oberland

4000er Schweiz: Eiger, Mönch und Jungfraun im Berner-Oberland. Bild: Pixabay

Ein wahres Paradies für Alpinisten
Viele Bergfreunde träumen davon, einmal im Leben einen Viertausender zu besteigen. Die Erfüllung dieses Traums ist lange nicht mehr so riskant wie früher, aber Hochtouren sind grundsätzlich ein anstrengendes Unterfangen und erfordern eine gute Kondition. In der Schweiz gibt es neben sehr anspruchsvollen auch leichtere Touren – ideal für Bergsteigerneulinge oder Bergwanderer, die gerne auch mal auf einem 4000er stehen möchten. Im Wallis finden sich einige Viertausender für Einsteiger. Das Allalinhorn gilt als einer der leichtesten und meist bestiegenen 4000er in der Schweiz. Wer es sich möglichst einfach machen will, fährt mit der Metro Alpin von Saas-Fee bis auf 3500 Meter. Nach rund zweistündigem Aufstieg erreicht man den Gipfel. Von hier aus überblickt man fast die gesamten Westalpen. Einen weiteren, eher leichten Aufstieg in der Nähe bietet der Alphubel. Die Route ist technisch zwar kaum anspruchsvoll, erfordert jedoch eine gewisse Kondition und ist insgesamt als mittelschwere Bergtour einzustufen. „Hubel“ bedeutet Hügel, der Alphügel also. Seinen Namen verdankt der Alphubel seiner Form, von Zermatt aus wirkt er eher wie ein flacher Hügel und nicht wie ein hoher Berg. Aber auch schwierigere Routen sind nicht weit entfernt. Gleich neben dem Alphubel befinden sich der Dom und das Täschhorn. Die Südwand des Täschhorn zählt zu den gefährlichsten Herausforderungen der Alpen und wird deshalb sehr selten begangen. Der Dom ist der höchste Berg, der ganz auf Schweizer Staatsgebiet liegt.

4000er in der Schweiz Täschorn mit Ausblick über die Alpen

4000er Schweiz: Tätschhorn. Bild: Pixabay

Der höchste Punkt der Schweiz
Der höchstgelegene Punkt der Schweiz ist die Dufourspitze mit 4634 m ü. M. Als Teil des Monte-Rosa-Massivs befindet sie sich auf italienisch-schweizerischem Staatsgebiet. Der Gipfel ist rund 160 Meter von der Grenze entfernt und wurde 1855 erstmals bestiegen. Die Dufourspitze ist einer von insgesamt zehn 4000er-Gipfel im Monte-Rosa-Massiv. Die vier höchsten Gipfel auf der Liste der 4000er befinden sich allesamt hier: die Dufourspitze, das Nordend, die Zumsteinspitze und die Signalkuppe. Doch nicht nur die Höhe ist entscheidend, auch die Form kann einen Berg bekannt machen. Dies ist der Fall beim Matterhorn, dem wohl berühmtesten Berg der Schweiz. Das Matterhorn gilt mit seiner pyramidenartigen Form als Inbegriff eines Berges. Besonders von Zermatt aus ist die markante Gestalt des Matterhorns dank der freistehenden Position sehr gut sichtbar.

4000er in der Schweiz Dufourspitze, Monte-Rosa-Massiv

4000er Schweiz: Dufourspitze, Monte-Rosa-Massiv. Bild: Pixabay

Der meistfotografierte Berg der Welt
Als Fotomotiv begeistert das Matterhorn seit Jahrzehnten und ist dadurch zum meistfotografierten Berg der Welt geworden. Aber nicht nur Fotografen und Touristen, auch Alpinisten zieht der berühmte Berg seit jeher scharenweise an. Von 1857 an wurde mehrfach erfolglos versucht, die Spitze des Matterhorns zu erklimmen. Erst 1865 gelang dann der Seilschaft des Engländers Edward Whymper der Aufstieg von Zermatt her – Triumph und Tragödie lagen dabei aber nahe beieinander. Beim Abstieg stürzten vier der sieben Bergsteiger ab und kamen dabei ums Leben. Einer der vier Toten wurde nie geborgen. Auch durch die bewegte Geschichte der Erstbesteigung kam das Matterhorn zu seinem Ruf als unantastbares Wunder der Natur. Immer mehr Bergsteiger und Bergsteigerinnen – viele ohne grosse alpinistische Erfahrung – wollen sich der Herausforderung einer Matterhorn-Besteigung stellen. Und so fordert der Berg auch weiterhin seine Opfer: Zwischen 1981 und 2011 kamen auf Schweizer Seite 223 Alpinisten ums Leben, 21 Menschen konnten bis heute nicht geborgen werden. Selbst die Normalroute über den Hörnligrat in Begleitung eines Bergführers ist anspruchsvoll, gute Kondition sowie Erfahrung im Felsklettern sollte man schon mitbringen. Trotzdem gehen pro Jahr ungefähr 3500 Personen den Aufstieg ohne Bergführer an, rund 65 Prozent erreichen den Gipfel nicht. Und auch die „Ruhe“ kann wohl nicht immer wie gewünscht genossen werden, denn an einem Tag mit idealen Verhältnissen wollen bis zu 300 Alpinisten auf dem Gipfel des Matterhorns stehen.

Alle 4000er der Schweiz mit Höhenangabe in m ü. M.:

Dufourspitze 4634m VS/I
Nordend 4609m VS/I
Zumsteinspitze 4563m VS/I
Signalkuppe 4554m VS/I
Dom 4545m VS
Liskamm Ostgipfel  4527m VS/I
Liskamm Westgipfel 4479m VS/I
Weisshorn 4505m VS
Täschhorn 4490m VS
Matterhorn 4477m VS/I
Parrotspitze 4432m VS/I
Dent Blanche 4356m VS
Ludwigshöhe 4341m VS/I
Nadelhorn 4327m VS
Grand Combin de Grafeneire 4314m VS
Lenzspitze 4294m VS
Finsteraarhorn 4273m BE/VS
Stecknadelhorn 4241m VS
Castor 4228m VS/I
Zinalrothorn 4221m VS
Hohberghorn 4219m VS
Alphubel 4206m VS
Rimpfischhorn 4198m VS
Aletschhorn 4195m VS
Strahlhorn 4190m VS
Grand Combin de Valsorey 4184m VS
Dent d‘ Herens 4174m VS
Breithorn Hauptgipfel 4164m VS/I
Breithorn Mittelgipfel 4159m VS/I
Jungfrau 4158m BE/VS
Bishorn 4153m VS
Grand Combin de la Tsessette 4141m VS
Breithornzwillinge 4139m VS/I
Breithornzwillinge Ost 4106m VS/I
Mönch 4099m BE/VS
Pollux 4092m VS/I
Schreckhorn 4078m BE
Roccia Nera 4075m VS/I
Ober Gabelhorn 4062m VS
Grosses Fiescherhorn 4048m VS/BE
Piz Bernina 4048m GR/(I)
Gross Grünhorn 4044m VS
Lauteraarhorn 4042m BE
Dirruhorn (Dürrenhorn) 4034m VS
Allalinhorn 4027m VS
Hinteres Fiescherhorn 4025m VS
Weissmies 4023m VS
Lagginhorn 4010m VS

 

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Text: Lukas Utiger, Bestswiss

 



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