Enzian – die Blume der Schweizer Berge

Jedes Jahr spielt sich in den Bergen ein eindrückliches Schauspiel ab. Der Bergfrühling lässt die unterschiedlichsten Alpenblumen erblühen und setzt damit farbenfrohe Tupfer in die felsige Berglandschaft.

Enzian – eine aus dem Alpenraum stammende Blume

Zu diesem einzigartigen Schauspiel tragen auch die rund 35 unterschiedlichen Enziane bei, die in den Gebirgen Mitteleuropas blühen. Erfahren Sie mehr über die für die Bergwelt Europas so typische Alpenblume.

Enzian Blume aus dem Alpenraum

Enzian ist nicht gleich Enzian

Wenn es nach eisigen und schneereichen Wintern wieder wärmer wird, dann ist Blütezeit. Die wohl häufigste Blütenfarbe der Enziangewächse ist ein in verschiedenen Variationen auftretendes Blau. Doch längst nicht jeder Enzian ist so blau wie etwa der typische Clusius-Enzian. Die rund 400 unterschiedlichen Arten weisen vielmehr eine grosse farbliche Vielfalt auf. So blühen Enziane auch in den Farben Gelb, Trübviolett, Purpur oder Weiss. Und auch die Wuchshöhen und die Formen der Enziane sind vielseitig. Der Kochsche Enzian, der im Blüteninnern olivgrün gefleckt ist, erreicht beispielsweise nur eine Höhe von maximal zehn Zentimetern, während der Gelbe Enzian zwischen 50 und 150 Zentimeter hoch wachsen kann.

Der Enzian gehört nebst dem Edelweiss und der Alpenrose zu den bekanntesten Alpenblumen. Seine Bekanntheit lässt sich wahrscheinlich nicht nur auf sein reizendes Erscheinungsbild zurückführen, sondern liegt wohl auch darin begründet, dass die Alpenblume längst nicht mehr nur auf einer Sommerwanderung in den Schweizer Bergen anzutreffen ist.

Enzian Blume aus dem Alpenraum

Die Alpenblume im Einzelhandel

Das unverwechselbare Gewächs schmückt beispielsweise die bekannte Floralp Vorzugsbutter wie auch sämtliche anderen Produkte, die von Floralp vertrieben werden. Zwar nicht sichtbar, aber deshalb nicht weniger präsent ist der Enzian im Kräuterlikör Suze. Ob dieser in Frankreich oder im Berner Jura erfunden wurde, ist bis heute nicht geklärt, als gesicherte Tatsache kann jedoch gelten, dass der bitter-süsslich schmeckende Aperitif aus einer Mischung der Wurzel des Gelben Enzians sowie Kräutern und Gewürzpflanzen destilliert wird. Auch der Spezialbrand Enzian von Kindschi setzt auf den Gelben Enzian. Der Gelbe Enzian ist bei Kindschi nicht nur Namensgeber, sondern ziert auch gleich das Etikett des edlen Destillats aus dem Bündnerland. Der für den Enzian so bezeichnende bittere Geschmack findet sich aber nicht nur in alkoholischen Getränken, sondern auch in unzähligen natürlichen Heilmitteln. Dabei wird dem Gelben Enzian die Wirkung nachgesagt, zu einem gut funktionierenden Verdauungssystem beizutragen und Völlegefühl und Appetitlosigkeit entgegenzuwirken. Eine ähnliche Wirkung soll der Tüpfel-Enzian haben, der häufig bei Magen-Darm-Beschwerden eine arzneiliche Anwendung findet. Doch damit nicht genug: Bei äusserer Anwendung scheinen sich die im Enzian vorhandenen Bitterstoffe ebenfalls positiv auszuwirken – und zwar auf die Aktivität der Oberhautzellen. Dies führt zur Bildung von sogenannten Hautschutzproteinen, die wiederum einen natürlichen Anti-Aging-Effekt haben.

Grosse Beliebtheit des Namens Enzian

Gasthäuser und Pensionen, die in der Bergwelt Österreichs oder der Schweiz angesiedelt sind, schmücken sich besonders gerne mit dem Namen der schönen Alpenblume. Und sogar bei der Schweizer Polizei ist der Name Enzian vertreten. Enzian – das ist eine 1972 als Detachement gegründete und mittlerweile vollamtliche Sondereinheit der Kantonspolizei Bern. Die Einheit Enzian kooperiert zudem mit dem Atlas-Verbund, der beinahe 40 europäische Polizei-Sondereinheiten vereint.

Auf  Wanderwegen bewundern

Zum Glück kann der Enzian aber auch nach wie vor simpel und einfach als wunderschöne Blume bestaunt werden. Dazu empfiehlt sich ein Ausflug in die Schweizer Berge. Zwischen Mai und Oktober verzaubern Gelber Enzian, Clusius-Enzian und Purpur-Enzian so manchen Wandervogel auf seiner Tour durch die Berglandschaft. Damit sich auch weitere Wanderfans an den unverwechselbaren Alpenblumen erfreuen können, sollten Sie die schönen Enziane aber nicht pflücken oder gar ausgraben. Viel Spass beim Bestaunen und Bewundern.

 

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Text: Deborah von Büren, Bestswiss

 

Photochrombuch Alpen

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